aufbruch ins unbekannte

die passion vom streckenfliegen | ein diavortrag mit anja

einfach abheben. fliegen, so lange es thermik hat. landen, wo es grad passt. einige jahre lang war das cross-country gleitschirmfliegen das wichtigste in anjas leben. sie wollte herausfinden, wie gut sie werden kann in dieser sportart – und wurde zwei mal weltmeisterin. in rund 40 ländern war sie in der luft unterwegs. unzählige fotos, ebensoviele abenteuer, ein stetes auf und ab, nicht nur in der luft.

was bleibt nach all den flügen? was ist die essenz aus all den erfahrungen?

montag | 9 dezember | 19.30 – 21.00

eintritt: freiwilliger beitrag | begrenzte platzzahl 
anmeldung empfohlen: info@yogacompany.ch | 062 777 00 40

ekam, dwe und trini…

witenwasserenreuss

neulich überkam mich die reimeslust. nicht jede ist schillers schwester. spass gemacht hat’s trotzdem.

ekam, dwe und trini*: sanskrit** isch für chlini.
tänzer, chind und pfau: yoga chasch du au.
adler, baum und berg: dein ego wird zum zwerg.
om, shalom und amen: gott hat viele namen.
katze, kuh und hund: yoga macht gesund.
brücke, berg und bogen: im yoga wird gelogen. (stimmt nicht!)
bogen, berg und brücke: im yoga liegt das glücke.
tänzer, kind und pfau: komm mit deiner frau.
brahma, shiva, shakti: im yoga git’s viel nackti. (stimmt auch nicht.)
kopf und herz und hand: im yoga ist’s beinand.

* ekam: 1, dwe: 2, trini: 3
** sanskrit: alte indogermanische sprache, fachsprache des yoga

yoga und fussball

yoga, das ist etwas für frauen. yoga, das ist für softies, nichts für rechte kerle. yoga ist… männer und yoga, das ist eine geschichte von vorurteilen. fakt ist: auch fussballer entdecken yoga und integrieren yoga in ihr trainingsprogramm. was spricht dafür?

das darf doch nicht wahr sein

es fliesst, flow, das spiel läuft, alles gelingt. sie haben es im griff, so scheint es. der unterklassige deklassiert den oberklassigen 4:0. dann das rückspiel mit bekanntem ausgang: der oberklassige verbleibt in der oberen klasse. die psychologische erklärung des sportpsychologen heisst „priming“. doch wie vermeidet man das? eine antwort hat der sportpsychologe nicht. fakt ist: aus flow wird blockade und aus freude wird angst. was vorher gelang, misslingt. aus kreativität wird phantasielosigkeit. alle sagen sie: das darf doch nicht wahr sein. doch es ist die realität und am schluss steht die niederlage, die eigentlich nicht sein dürfte.

yoga ist gelassenheit

doch wie vermeidet man das? eine mögliche antwort lautet: yoga kann das risiko des „priming“ minimieren. denn yoga ist körper-, atem- und mentalkontrolle zugleich. yoga ist gelassenheit.

ich bin überzeugt, dass yoga, insbesondere seine mentale dimension, im umgang mit diesem und anderen „kippphänomenen“ (z.b. das team in unterzahl erringt die spieldominanz) und weit darüber hinaus einen beitrag zur beständigkeit des idealen leistungszustandes (ilz) leisten kann.

fussballer müssen fit sein: körperlich, geistig (mental) und seelisch (psychisch). mit andern worten: sie müssen kraftvoll, wach und präsent, ausgeglichen und gelassen – sie müssen resilient sein. geisteskontrolle und emotionale kontrolle entscheiden heute massgeblich über erfolg und misserfolg. das haben einige bundesligaclubs (1. fc kaiserlautern, msv duisburg, 1. fc saarbrücken) erkannt und yoga in ihr trainings- und regenerationsprogramm aufgenommen. auch die deutsche fussball-nationalmannschaft verfügt über jahrelange positive erfahrung mit yoga. dagegen ist yoga im schweizer fussball noch nicht angekommen.

mentale stärke

nach loehr „ist mental stark, wer in der lage ist, seine individuell mögliche leistung zu einem definierten zeitpunkt relativ unbeeindruckt von tagesverfassung und umweltbedingungen, abzurufen“. der top-zustand ist dort erreicht, wo höchste energie (ich will, ich kann) sich verbindet mit positiven emotionen und positiven gedanken (ich bin voller freude und gelassen). es ist von grosser bedeutung, dass fussballer auch bei ungünstigem spielverlauf und bei grosser emotionalisierung (verhalten von gegner, fans, schiedsrichter) in diesem idealzustand verbleiben können.
was kann yoga zusätzlich und ergänzend zu den bestehenden mitteln (kondition, physiotherapie, mentaltraining etc) dazu beitragen?

yoga ist mehr als gelassenheit

„yoga ist jener innerer zustand, in dem die seelisch-geistigen vorgänge zur ruhe kommen“ (patanjali yoga sutren i,2). yoga hat viel mit ruhe, also innerer festigkeit zu tun oder wie andere definitionen nahe legen: yoga ist gelassenheit in erfolg und misserfolg. yoga ist anspannung und entspannung. es gibt sehr viele definitionen und yoga umfasst weit mehr als körperhaltungen (asanas). yoga ist ein achtgliedriger entwicklungsweg. yoga hat sich über jahrtausende aus der indischen kultur heraus entwickelt und breitet sich seit dem 19. jahrhundert im westen aus. die anfänge des yoga in der schweiz liegen um 1900 (reformbewegung monté verita, 1900-1920). selvarajan yesudian, ein indischer arzt und yogi, gründete 1948 die erste yoga schule in der schweiz, welche sich über jahrzehnte stark entwickelte. heute ist yoga in der schweiz weit verbreitet. es gibt eine vielzahl von stilen, am bekanntesten ist hatha yoga. global gesehen ist yoga zu einem megatrend geworden, dessen potential von spitzensportlern, managern und künstlern zunehmend erkannt werden.

fussballer können yogische techniken erfolgreich einsetzen

für fussballer sind meines erachtens drei aspekte und die entsprechenden techniken interessant: der körperliche, der mentale und die tiefenentspannung.

asanas

es gibt tausende von asanas (körperstellungen) mit unterschiedlichen wirkungen. die übungen werden langsam, meditativ und mit dem atem synchronisiert ausgeführt. aus dieser vielzahl können, auf die bedürfnisse der fussballer ausgerichtet, 15-20 asanas ausgewählt und zu einer übungseinheit zusammengefasst und ins training integriert, kollektiv oder individuell praktiziert werden.

pranayma

pranayama sind atemübungen zur aktivierung und regulierung von lebensenergie. prana = lebensenergie; ayama = ausdehnung.

für fussballspieler erachte ich den bewussten umgang mit der atmung in zweifacher hinsicht als attraktiv: einerseits geht es um eine verbesserung der sauerstoff-versorgung sowie um die energetisierung des ganzen körpersystems und andererseits geht es um beruhigung im stress mittels atmung sowie die entspannung in der erholungsphase nach dem spiel.
folgende atemtechniken könnten für fussballer interessant sein:
vollständige yoga-atmung bestehend aus bauch- oder zwerchfellatmung, brustatmung und schlüsselbeinatmung. wechselatmung (nadi shodana; reinigungstechnik). kapalabhati (= leuchtender schädel; energetisierung, reinigungstechnik).

yoga nidra

yoga nidra (= schlaf des yogis) ist eine tiefenentspannungstechnik, die es möglich macht, sich in einer halben stunde auf körperlicher, mentaler und emotionaler ebene völlig zu entspannen. während man yoga nidra praktiziert pendeln körper und geist zwischen entspannung und dämmerschlaf hin und her. dabei ist es grundsätzlich möglich, elemente aus dem persönlichen mentaltraining in die entspannung zu integrieren (positive selbstinstruktion, autosuggestion, selbsthypnose).

mit diesen techniken können generelle und spezielle körperliche und geistige wirkungen erzielt werden.

wirkungen der körperpraxis

das achtsame üben von asanas integriert und harmonisiert körper und geist. körper ist die grobstoffliche form von geist und geist ist die feinstoffliche form des körpers. durch körperkontrolle findet gleichzeitig die beherrschung des geistes statt. der geist ist präsent, beobachtet und
nimmt wahr. die schulung des beobachtenden geistes wirkt sich in allen emotionalisierten verhältnissen günstig aus, was ja im fussball häufig der fall ist. das affektrisiko wird geringer (tätlichkeiten, ausfälligkeiten gegen-über schiedsrichter etc.). die spezifischen wirkungen der einzelnen asanas sind mannigfaltig. alle aber fördern sie die resilienz. spezifische asanas können sich günstig auf den ausgleich körperlicher dysbalancen auswirken, welche im fussball auf grund des betonten körpereinsatzes häufig sind (kopfball, sturz, verspannungen im schussbein etc.). weitere positive effekte sind: verbesserung der flexibilität, kraft, kraftausdauer, des gleichgewichts und der koordination. regelmässige yogapraxis vergrössert den bewegungsradius und stimuliert die gelenke durch eine höhere kapillarisierung der umgebenen muskulatur. yoga nach dem spiel beschleunigt die regeneration. yoga minimiert generell verletzungsrisiken.

wirkungen von atemübungen

im vordergrund steht die bauch- oder zwerchfellatmung. dabei wird tief in den bauch eingeatmet (die bauchdecke hebt sich, die brust bleibt unbewegt) und langsam und vollständig ausgeatmet (die bauchdecke senkt sich, die brust bleibt stabil). dieses einfache und bewusste atmen beruhigt und verbessert die sauerstoffaufnahme. sie ist ein einfaches und wirksames mittel bei spielunterbrüchen und in der pause. die anwendung von kapalabhati zur energetisierung eignet sich vor dem spiel, muss jedoch angeleitet werden. die wechselatmung eignet sich für die regeneration.

wirkungen von yoga nidra

während der körper „schläft“, bleibt die innere bewusstheit erhalten. so können sich körperliche, mentale und seelische verspannungen lösen und blockaden können abgebaut werden. bei regelmässiger übung fühlt es sich nach 30 min an, als ob man drei bis vier stunden normal geschlafen hätte. das ist für die regeneration von herausragender bedeutung.

yoga wirkt

yoga wirkt, das lässt sich erfahren. wer sich dieser erfahrung aussetzt, lässt vorurteil und skepsis hinter sich, gewinnt an innerer festigkeit, schärft sein bewusstsein und steigert seine lebensqualität.

wie gelassen macht yoga?

welche faktoren beeinflussen die wahrscheinlichkeit, dass yoga die gelassenheit von praktizierenden erhöht? jüngste forschungsergebnisse von der uni lausanne zeigen, dass yoga die gelassenheit erhöhen kann. dabei haben häufigkeit und intention der praxis einen einfluss.

die forschungsstudie im überblick

die fragestellung der forscher. verändern häufigkeit der praxis, praxisjahre und gründe für die praxis die emotionalen und physiologischen reaktionen auf einen positiven oder negativen reiz?

art der studie. klinische studie, quasi-experimentelle anordnung.

studienteilnehmer: 36 teilnehmende im alter von 21 bis 56, 11 männlich, 25 weiblich. alle teilnehmenden waren gesund. sie praktizierten yoga seit mindestens 6 monaten und maximal seit 11 jahren.

methoden. als studienteilnehmenden wurden schüler von yogastudios gewonnen. die teilnehmenden absolvierten eine untersuchung zu ihrer emotionalen regulation. herzschlagrate, hautleitfähigkeit und atemfrequenz wurden gemessen, während die teilnehmenden positiv, negativ oder neutral wirkende bilder ansahen. die emotionalen und physiologischen reaktionen wurden dann in bezug gesetzt zu den praxisjahren, der häufigkeit der praxis und den gründen für die praxis.

ergebnisse. mehr praxisjahre korrelierten mit relativ niedriger bauchatmungsfrequenz beim betrachten von negativen bildern. eine höhere häufigkeit der praxis stand in verbindung mit einer vertieften atmung beim betrachten von positiven bildern. yogapraktizierende, deren praxis in einem höheren mass aus mentalen gründen motiviert war, zeigten zudem eine erhöhte herzfrequenz beim betrachten von positiven bildern.

schlussfolgerung

die yoga praxis über viele jahre aufrechtzuerhalten kann ebenso zu mehr gelassenheit und gleichmut beitragen wie eine erhöhte übungsfrequenz.

yoga und gleichmut – die studie im detail

yogapraktizierende geben oft an, dass sie praktizieren, weil sie ruhiger und weniger reaktiv sein wollen. die klassischen yogaschriften, wie beispielsweise die yoga sutras von patanjali oder die hatha yoga pradipika, legen in der tat nahe, dass ein nutzen der yogapraxis der zuwachs an gleichmut oder gelassenheit ist. aber wie soll man denn nun üben, um die gelassenheit zu fördern?

genau dies wollte das forscherteam von der uni lausanne herausfinden. insbesondere war das team interessiert daran herauszufinden, ob die häufigkeit der praxis pro woche, die anzahl jahre regelmässiger praxis oder sogar die motivation der praktizierenden einen einfluss darauf hat, wie stark die reaktionen ausfallen, wenn die teilnehmenden einem positiven oder negativen reiz ausgesetzt werden.

als studienteilnehmer wurden yogis und yoginis aus den örtlichen yogastudios verpflichtet. sie repräsentierten verschiedene stilrichtungen, unter anderem hatha, vinyasa und ashtanga yoga. ingesamt 11 männer und 25 frauen im alter von 21 bis 56 jahren nahmen an dem experiment teil. alle teilnehmer hatten seit mindestens sechs monaten yoga praktiziert. niemand hatte mehr als 11 jahre praktiziert.

während der durchführung des experiments wurden den teilnehmern 20 negative, 20 positive und 15 neutral wirkende bilder aus der „geneva affective picture database“ gezeigt. um die emotionale reaktion auf die bilder einzuschätzen, wurden die teilnehmenden gebeten, für jedes gezeigte bild eine schiebemarkierung entlang einer skala von „sehr negativ“ bis „sehr positiv“ zu setzen. für die physiologischen reaktionen auf die bilder mass das forscherteam die herzschlagrate (per ekg), die hautleitfähigkeit und sowohl die bauch- als auch die brustatmung der teilnehmenden person, während die bilder gezeigt wurden.

im anschliessenden statistischen verfahren wurden die messdaten in relation gesetzt zu den angaben zuz häufigkeit der praxis, der anzahl praxisjahren und den gründen für die praxis . die ergebnisse zeigen:

  • je häufiger die teilnehmenden in den monaten zuvor yoga praktiziert hatten, desto weniger intensiv reagierten sie emotional, sowohl auf die positiven als auch auf die negativen bilder.
  • je langjähriger die praxis, desto langsamer war die tiefe bauchatmung beim zeigen von negativen bildern.
  • umgekehrt nahm beim zeigen von positiven bildern die tiefe der bauchatmung umso stärker zu, je häufiger die teilnehmenden in den monaten vor der studie praktiziert hatten.

warum ist das resultat relevant für yogapraktizierende?

die gründe, warum wir yoga praktizieren, sind sehr unterschiedlich. sie können von wünschen zur verbesserung der physis, wie kräftiger und flexibler zu werden, reichen bis zu mentalen oder emotionalen gründen, wie konzentrationssteigerung oder mehr innere ruhe.

während es relativ einfach ist, zu merken, ob die vordere oberschenkelmuskulatur kräftiger oder die rückwärtige flexibler geworden ist, so kann es ungleich schwieriger sein, die mentalen und emotionalen veränderungen zuverlässig einzuschätzen. wenn wir auf der suche nach mehr gleichmut sind, und yoga als werkzeug dafür einsetzen, dann ist es hilfreich zu wissen, dass die yogapraxis tatsächlich die wahrscheinlichkeit für das gewünschte ergebnis erhöht. das gilt insbesondere für die mentalen und emotionalen vorteile von yoga, da es bei der wahrnehmung von augenblick zu augenblick schwieriger sein kann zu beurteiln, ob wir uns in die richtige richtung bewegen.

die studie unterstützt also die aussagen von klassichen yogatexten, die besagen, dass yoga ein werkzeug ist, um gleichmut zu fördern und dass eine beharrliche praxis über eine lange zeit von vorteil ist, wenn wir uns diese richtung bewegen wollen. die studie zeigt auch, dass die intention des praktizierenden einen einfluss hat. wenn wir nach mehr gleichmut durch die yogapraxis suchen, werden mit höherer wahrscheinlichkeit genau diesen gleichmut auch erfahren.

erinnern wir uns: bereits das yoga sutra von patanjali sagt uns, dass diejenige praxis die grösste wirkung zeigt, die lang fort dauert, ununterbrochen und engagiert ist. die vorliegenden forschungsergebnisse unterstützen diese uralte aussage:

ohne zweifel stellt sich erfolg ein, wenn eine gut fundierte praxis über lange zeit, ohne unterbrechung, mit ernsthaftigkeit und bedacht geübt wird. – patanjali yoga sutras 1.14

quelle: mocanu, e., c. mohr, n. pouyan, s. thuillard, and e.s. dan-glauser. 2018. reasons, years and frequency of yoga practice: effect on emotion response reactivity. frontiers in human neuroscience. 12:264 seiten 1-12.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30022932

yoga in der badi

sommerferien? dein yogastudio ist geschlossen? kein problem. komm mit uns in die badi!

unter freiem himmel üben wir bei passendem wetter morgens in der badi möriken-wildegg. das beheizte 50m-becken lädt vorher oder nachher ein zum bad. wie könnte ein tag besser beginnen?

9.00 – 9.45

an jedem morgen mit passenden bedingungen ab 5 august
yogamatten sind vorhanden | preis 10 chf (nicht im badi-eintritt enthalten)

flyer

grüsse zum sonnenuntergang

am 21 juni ist sommersonnenwende. am längsten tag des jahres feiern wir auch den internationalen yogatag. yoga gilt als weltkulturerbe, und die generalversammlung der vereinten nationen (un) hat darum beschlossen, yoga ab 2015 mit einem speziellen tag zu würdigen.

in der yogacompany feiern wir diesen tag mit sonnengrussvariationen und yoga nidra, und natürlich geniessen wir vor allem den späten sonnenuntergang über der jurakette, den man in lenzburg nirgends besser erleben kann, als von den fenstern der yogacompany aus.

zum ausklang des tages laden wir zu tee und kühlen getränken. bei schlechtem wetter in der yogacompany, bei sommerlichen bedingungen draussen, nur wenige meter von der yogacompany entfernt an einem ganz besonderen ort (überraschung!).

freitag 21  juni  2019 | 19.30 – 21.30

maximal 12 teilnehmende | 60 chf | anmeldeschluss 16 juni

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yoga im park 2019

eine woche lang, von sonntag 4 august bis samstag 10 august 2019, bieten wir dir auch im jahr 2019 früh am morgen um 7 uhr in der widmi eine yogastunde für den gelassenen start in den jungen tag!

bist du dabei? wie schön! nützlich für dich zu wissen…
… komm in lockerer, evtl. wärmender kleidung
… bring eine unterlage mit, z.B. decke, badetuch oder yogamatte
… vorkenntnisse brauchst du nicht
… wir beginnen um 7 h, bitte sei rechtzeitig vorher da
… treffpunkt ist beim fussballfeld in der widmi
… eine anmeldung ist nicht erforderlich
… bei zu viel wind oder regen finden die stunden in den räumen der yogacompany statt
… kosten: freiwilliger beitrag (dana)

jon kabat-zinn im interview

das sonderheft 2017 von „moment by moment“ ist einem mehrseitigen interview mit jon kabat-zinn gewidmet (zweisprachig, deutsch und englisches original). jon kabat-zinn ist der begründer der methode „mindful based stress reduction“ (mbsr). hier ein zusammenfassung.

jon kabat-zinn (jkz) erinnert zunächst daran, was achtsamkeit im kern ist. es geht nämlich um viel mehr als um eine persönliche wohlfühloase auf dem kissen. achtsamkeit muss auf einem ethischen boden wachsen, der von dem wunsch, keine gewalt anzuwenden *, und von selbstlosigkeit geprägt ist. all unser handeln muss von dort entstammen, und dadurch gekennzeichnet sein, dass wir den graben von „wir hier“ und „dort die anderen“ überwinden. dieses denken hatte evolutionäre vorteile, darum prägt es uns so stark. doch es bringt uns heute als menschheit nicht mehr voran, im gegenteil. und dieses ausschliessen ist gefährlich, da es fast immer mit einer abwertung der anderen einhergeht. dann ist es nur noch ein kleiner schritt, „den anderen“ leid anzutun: rassentrennung, sklaverei, ausbeutung, völkermord sind beispiele.
jkz führt aus, dass heute die asymmetrie in der verteilung von wohlstand, privilegien und chancen zunimmt und die gesellschaft vergiftet. sogar wir praktizierenden tappen in die exklusionsfalle, dann nämlich, wenn wir zwischen solchen, die achtsamkeit und solchen, die mitgefühl praktizieren, eine trennung sehen. denn achtsamkeit und mitgefühl gehören zusammen, wie die beiden flügel eines vogels.
weil es so leicht ist, in die exklusions-falle zu geraten, ist es so enorm wichtig, dass eine praktizierende person zunächst einsicht in die verbundenheit mit allen menschen entwickelt, und dann aus dieser einsicht heraus handelt. so können wir alle dazu beitragen, dass sich die achtsamkeit verbreitet. dass sie dringend verbreitet werden muss, daran zweifelt jfk nicht; als beispiel erwähnt er die hohe verbreitung von zutiefst destruktiven verhaltensweisen wie drogenkonsum, fettleibigkeit und selbstmord. in mbsr programmen erleben menschen, dann oft erstmals, dass sie so viel mehr als ihre schmerzen, ihre depressionen sind.
tatsächlich ist achtsamkeit heute in der mitte der gesellschaft angekommen. jfk warnt, dass nun auch menschen auf der achtsamkeitswelle reiten, die noch nicht einmal praktizieren. und tatsächlich, sagt er, ist die dauerhafte kultivierung von achtsamkeit eine grosse herausforderung **. aber eben, es geht nicht um die private entspannung, sondern darum, das menschliche leid, das eigene und das der mitmenschen, zu adressieren und uns davon zu befreien. und nun besteht auf einmal die gefahr, dass achtsamkeit so überall ist und banalisiert wird, dass ihre essenz vergessen geht. das würde uns für jahrhunderte dieser wunderbaren chance berauben, eine renaissance in der gesellschaft herbeizuführen.
bleiben wir also dabei, uns immer wieder zu fragen, „wer bin ich?“. und geben wir uns nicht mit den antworten zufrieden, sondern bleiben wir beim fragen.
auf die künstlichen intelligenz angesprochen, sieht jkz, dass diese schon heute viel von unserem leben beeinflusst und vereinnahmt. die tendenz beschleunigt sich, und es wir immer schwieriger, den versuchungen zu widerstehen. verankern wir uns also erneut im fragestellen „wer bin ich?“, zu unserem eigenen wohl und dem wohl aller lebewesen und dem planeten.
zum glück gibt es viele wissenschaftliche studien zu mbsr, und so können achtsamkeit und wissenschaft *** sich wirkungsvoll ergänzen. doch wissenschaft ohne ethisches fundament kann in die katastrophe führen, wie die geschichte zeigt. vielleicht brauchen wir eine moderne form der demokratie, die mitgefühl einschliesst? in der wir einander wieder zuhören, statt in echokammern meinungen zu äussern. buddha und jesus postulierten „liebe jeden menschen“. das ist nicht theorie, sondern eine kapazität, die wir alle haben. oft schläft sie. durch tägliche achtsamkeitspraxis erwecken wir sie. und wir gewinnen gelassenheit, verlieren ärger, angst und neid. doch wenn wir behaupten, wir seien bereits achtsam, dann sind wir genau das ziemlich sicher nicht. wirklich achtsamkeit brüstet sich nicht, sondern tut einfach, was getan werden muss. frag dich immer wieder „wer bin ich?“ und „wer stellt die frage?“


anmerkungen der autorin.
* die yogis nennen das „ahimsa“. ahimsa ist das erste und wichtigste ethische gebot im Yoga, siehe patanjali yoga sutra. für einen tieferen einstieg: essay zu den yamas und niyamas von anja.
** ob man denn so weit kommen könne, auf eine formale praxis zu verzichten, fragte einst eine mitschülerin unseren meditationslehrer. dieser hatte lange für den 14. dalai lama gearbeitet und antwortete darum“seine heiligkeit, der dalai lama, meditiert jeden tag mehrere stunden zu beginn des tages. wenn sogar er nicht auf eine formale praxis verzichtet, wie vermessen wäre es dann von mir?“
*** aus sicht des yoga ist die introspektion ein weg, zu gültigem wissen zu kommen, ebenso wie die beobachtung und die überlieferung aus zuverlässigen quellen. yoga sieht sich darum (auch, aber nicht nur) als wissenschaft.

der yoga doc

anschaulich und nachvollziehbar beschreibt der sportmediziner und yogalehrer dr. ronald steiner übungen, die zum therapeutischen nutzen in jede yogapraxis integriert werden können. gut strukturiert in vier hauptteile, geht er zunächst darauf ein, was yogatherapie ist und wie sie ihre wirkung entfalten kann. dieses kapitel ist unbedingt lesenswert! denn wer einfach nur in die nachfolgenden kapitel des buchs hineinschmökert, übungsrosinen herauspickt und dann ein bisschen und irgendwie herumübt, könnte enttäuschungen erleben.

die drei folgenden hauptteile sind den übungen für gesunde rücken, armen und beinen gewidmet. dabei gelingt es dem autor vortrefflich, in anschaulicher und präziser sprache zu vermitteln, worauf es ankommt. gleichzeitig erhält der interessierte leser auch anhaltspunkte zu den jeweiligen anatomischen grundlagen.

die entscheidung von autor und verlag, die lektüre leicht und einfach zu halten, ist der grösste vorteil des buches und gleichzeitig sein grösster nachteil. vorteil deshalb, weil das buch dadurch übersichtlich und leichtgewichtig bleibt, schnell durchgearbeitet werden kann, in jede tasche passt und so zum nützlichen begleiter für die praxis auf der matte wird. nachteil, weil die profunden kenntnisse des autors nur ansatzweise ins buch einfliessen.

als absolventin der modularen therapiekurse (mtc) von dr. ronald steiner ist dieses buch für mich die willkommene ergänzung des unterrichtsmaterials, da die wichtigsten übungen aus den mtcs hier übersichtlich und gut bebildert zusammengefasst sind.

für alle anderen leser bietet dieses buch einen hilfreichen einstieg ins gebiet der yogatherapie.

trotzdem nur vier von fünf sternen. der inhalt ist tipptopp und ein klarer fünfsterner. für umfang und aufmachung gibt’s hingegen abzüge. zum umfang: von einem autor mit so viel know how und erfahrung hätte ich mir ein drei- bis viermal so umfangreiches werk vorstellen können und auch gewünscht. „den steiner“ sozusagen, das standardwerk der yogatherapie. nun, was nicht ist, kann ja noch werden.
zur aufmachung: dicke pastellfarbige rahmen um die fotos und etliche tätowierte körperteile entsprechen wohl dem zeitgeist, sind aber einfach nicht mein geschmack. mit ausnahme von aufnahmen des autors wurden ausschliesslich weibliche modelle gewählt. schade eigentlich, denn yogatherapie funktioniert meines wissens auch bei männern. die typografie schliesslich kommt mit starken gegensätzen in überschrift und fliesstext daher, was auf mich unbalanciert wirkt. zwar ist der font des fliesstexts zierlich, doch dadurch auch für die augen älterer leser zu wenig kontrastreich und konturschwach.

fazit: ein wertvolles buch, das in jede gut sortierte yogabibliothek gehört.

riva verlag, münchen 2019, isbn 978-3-7432-0822-1, 176 seiten, 27.95 chf, bestellen bei lehmanns.ch

komm. schau. mach mit.

als kleines, junges unternehmen gibt es für die yogacompany vieles zu gestalten und zu entscheiden. wie zb wollen wir um neue kunden werben? eine präsenz auf facebook und werbung mit google adwords sind heute standard, auch für yogastudios.

jedoch: facebook ist für uns kein vorbild, und so war schnell und klar entschieden, dort nicht für die yogacompany zu werben. schliesslich bemühen wir uns täglich darum, yogische grundsätze wie zb die wahrhaftigkeit (satya), das nicht-stehlen (asteya) und den wunsch, nicht zu verletzen (ahimsa) zu leben. das hat seinen preis: wir zahlen steuern, obwohl wir aktuell weder gehälter zahlen können noch gewinn erwirtschaften. und viel gutes: wir manipulieren unsere kunden nicht, und verdienen geld weder mit dark-ads noch mit der herausgabe von daten unserer kunden.

statt dessen setzen wir bei der werbung aufs partnerschaftliche vernetzen (siehe links) und neuerdings auf banner im stadtbild.

die banner in der realen welt zu installieren war harte arbeit. urs hat nicht wenige gespräche geführt, um gute zaunplätze zu finden, an denen unsere werbung geduldet wird. zugleich war es auch die reine freude, nach wochenlanger vorarbeit endlich mit bannern, kabelbindern und gartenscheren auszurücken und an einem sonnigen februarnachmittag spuren im stadtbild zu hinterlassen. für kurze zeit zumindest, denn die meisten standorte sind befristet. und ja, wir freuen uns über neue kunden und neue standorttipps.

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